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Das 1 x 1 des guten Tons bei fremden Hundebegegnungen

Sonntag, 10. Oktober 2010

Immer wieder machen Hundhalter die Erfahrung, wenn sie mit ihrem Hund an der Leine spazieren gehen, dass ein anderer fremder Hund auf sie zu gerannt kommt um mit dem eigenen Hund Kontakt aufzunehmen. Meist kommt dann noch aus der Ferne der Spruch:” Meiner tut nichts, der will nur spielen!” Doch mal völlig unabhängig davon, ob der Gegenüber freundlich gesinnt ist oder nicht. Oft ist die Situation für den Halter, der seinen Hund an der Leine führt, aber sehr schwierig. Denn meist hat es auch einen Hintergrund, warum der Hund gerade an der Leine ist.

Ein Beispiel: Ich habe einen Hund der, aus welchen Gründen auch immer, nicht sehr verträglich ist mit anderen Hund. Der vielleicht auch sogar soweit geht, dass er beissen würde. Aus diesem Grund führe ich diesen Hund an der Leine um Hundebegegnungen nicht zu zu lassen. Und jetzt kommt plötzlich ein anderer Hund angeschossen und mein Hund stürzt sich sofort auf den Gegenüber. In der Zwischenzeit ist der Halter des anderen Hundes eingetroffen und nun werde ich auch noch bitter böse beschimpft, weil mein Hund seinen Hund gebissen hat.

Ein anderes Beispiel: Ich habe einen Hund, der momentan krank ist und keine Hundekontakte haben darf, da diese Krankheit sehr ansteckend ist. Jetzt gehe ich schon so spazieren, so dass ich möglichst keine Hunde treffe, aber es lässt sich leider nicht immer vermeiden. Doch mein Hund muss eben nun auch mal ausgeführt werden und ich kann ihn nicht zu Hause isolieren. Ich rufe dem entgegenkommenden Halter noch zu, er möchte seinen Hund bitte nicht her lassen, aber alle versuche vom Gegenüber, seinen Hund zurück zu rufen, schlagen fehl. Als auch dieser Halter dann bei mir eintrifft, teile ich ihm mit, dass sein Hund jetzt krank werden kann und auch dieser Halter beschimpft mich, was mir einfällt hier spazieren zu gehen.

Das sind Beispiele aus dem Alltag unsere Kunden die immer wieder passieren und man könnte diese Beispiele entlos fortführen.

Versetzten Sie sich doch bitte mal in die Lage des anderen Hundehalters, der momentan ein Problem mit seinem Hund hat und Ihen würde so etwas passieren. Und dann fragen Sie sich bitte: Wer verhält sich den nun tatsächlich richtig, der Halter, der seinen Hund frei laufen läßt und nicht unter Kontrolle hat und dadurch Gefahrensituationen verursacht oder der Halter, der bewußt seinen Hund an der Leine läßt um Kontakte zu vermeiden.

Natürlich sollen Hunde frei laufen dürfen und natürlich sollen Hunde auch untereinander Kontakt aufnehmen können. Aber wichtig ist dabei eine gegenseitige Rücksichtnahme. Wenn ein Hund an der Leine entgegenkommt sollte es eigentlich normal und selbstverständlich sein, dass der andere Hund auch rechtzeitig zurück gerufen wird und an die Leine genommen wird und man zunächst erst einmal abklärt, ob eine Kontaktaufnahme möglich ist.

Angst vor dem eigenen Hund - häufig ein totgeschwiegenes Thema

Sonntag, 01. März 2009

Ein Thema, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt. Wenn ich in verschiedenen Situationen Angst vor meinem eigenen Hund habe, kann in der Mensch-Hundbeziehung irgendetwas nicht stimmen. Ich möchte ein paar Beispiele aus unserer Arbeit nennen und das sind keine erfundenen Geschichten sondern die Realität:

Der Hund liegt auf der Couch und ich möchte mich ebenfalls auf die Couch setzten. In diesem Moment knurrt der Hund. Ich nehme vielleicht noch einen Gegenstand zur Hilfe um den Hund wegzuschieben, weil ich Angst habe, wenn ich mich dazu setze oder den Hund mit der Hand von der Couch hole, dass er zuschnappt.

Ich gehe mit meinem Hund an der Leine spazieren. Da mein Hund keine anderen Hunde mag, gehe ich der Situation lieber aus dem Weg und mache einen großen Bogen. Denn die letzte Erfahrung war ein Biss in meiner Hand von meinem Hund, weil er nicht zu dem anderen Hund kam um mit ihm zu raufen.

Mein Hund hat auf dem Spaziergang ein leckeres Brötchen gefunden. Doch ich habe keine Chance näher als 2 Meter an ihn ranzukommen, geschweige das Brötchen wegzunehmen, denn er würde sofort auf mich richtig losgehen. Also überlasse ich ihm das Brötchen, warte bis er es genüsslich gefressen hat, denn dann ist alles wieder in Ordnung.

Das sind nur ein paar Beispiele. Diese Liste könnte endlos sein und ist durchaus noch steigerungsfähig.  Oft gehen Menschen eher den Situationen mit Ihrem Hund aus dem Weg, weil sie in dem Augenblick entweder unsicher sind und nicht wissen wie sich ihr Hund verhält, Angst haben, ihr eigener Hund könnte sie beißen oder auch die Erfahrung einmal oder mehrmals gemacht haben.

Sicherlich kann ich so leben, dass ich für diese verschiedensten Situationen andere Wege finde um dem Ganzen aus dem Weg zu gehen. Aber kann das wirklich richtig sein? Wer ist in dieser Beziehung wirklich der Chef? Wäre es nicht wichtig, daran zu arbeiten und diese Dinge zu klären, denn was mache ich, wenn ich der Situation einmal nicht mehr ausweichen kann? Fragen, die man sich vielleicht einmal stellen und ernsthaft darüber nachdenken sollte.